Was macht die Krise mit uns?  Wirkt Sie sich auch im Zusammensein mit unseren Tieren aus? Wenn ja, wie?

Ich sehe die momentane Zeit als Chance. Alles ist in Bewegung, richtet sich neu aus. Wir lernen uns neu kennen, tiefsitzende Ängste und unterdrückte Gefühle kommen an die Oberfläche.

Unsere Tiere sind, wie wir, ein Teil des großen Ganzen, schwingen mit uns , und natürlich in ihrem eigenen Resonanzfeld. Sie spiegeln uns, wie sie das auch vor Corona schon gemacht haben. 

Angst und Unsicherheit ist ein vorherrschendes Thema in den letzten Wochen gewesen.

Das ohnmächtige Gefühl, das eigene Leben nicht mehr „in der Hand“ zu haben. Die Frage, die sich mir gestellt hat ist, WIE gehen wir mit dieser Angst um?

Ich glaube da hat jeder sein eigenes Rezept, die einen haben einen Schnellkochtopf und sind flugs wieder in ihrer Balance, die anderen garen auf kleiner Flamme und brauchen mehr Zeit, bis es wieder passt.

Einer friert bei Angst ein, ist handlungsunfähig. Braucht Ruhe um wieder in die eigene Kraft zu kommen. Kümmert sich vorrangig um sich. Geht in Resonanz mit der Angst, heisst sie willkommen, aber bietet ihr keinen Stuhl an.

Ein anderer schaut und fühlt hin, ganzheitlich. Jedes Symptom auf körperlicher Ebene ist ein Ausdruck der Seele, wo es gerade klemmt.

Noch ein anderer behandelt die Symptome, schluckt vielleicht Pillen, oder Tropfen, ganz vielleicht flüchtet er sich auch in berauschende Zustände um nicht in Resonanz mit sich selbst zu gehen. Macht die Umstände und die „anderen“ verantwortlich.

Wieder andere leugnen die Angst nach außen, machen sie sich nicht bewusst. Verfallen in hektische Betriebsamkeit, „kontrollieren“,  „machen“,  „kümmern“ sich, allerdings oft nicht um sich selbst, sondern um andere(s) , entwickeln Härte und Agressivität gegen sich und andere. 

Wer macht das Richtige? Was ist besser? Das muss jeder für sich entscheiden denke ich. Wir alle dürfen ja mit den Konsequenzen unseres Tuns leben. 😉

Lange Rede, kurzer Sinn!! Was hat das denn nun mit unseren Tieren zu tun?

Ich möchte einen kleinen Einblick geben in meine Angst. Meinen Weg, sie anzunehmen, willkommen zu heißen, ihr aber den Schrecken zu nehmen um sie wohlwollend zu entlassen.

Ich weiss, ich höre schon: „Das macht man doch nicht, vor allem als Coach und Trainer. “

Aber was man macht ist mir ziemlich schnuppe, ich kann nur sagen, was ich mache und was mir guttut. Und ja, auch Coaches und Trainer haben Momente der Schwäche. Gehen vielleicht anders damit um, da wir einige Skills haben die uns helfen. Wir gehen in Supervision mit anderen Therapeuten und oft hilft auch ein bedingungsloser Freund, der einfach da ist, zuhört und Klartext redet.

Und vielleicht, ganz vielleicht mache ich ja anderen mit meiner Offenheit ein bißchen Mut. Mut hinzuschauen, den eigenen Weg zu finden. Sich nicht zu schämen und zu verstecken, weil die erlebten Gefühle nicht in den Mainstream passen. Also… 

Ich bin ein sogenannter Freezer, einer der einfriert wenn es ans „Eingemachte “ geht. Anfang April war es für mich so weit. Corona war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Ich habe Angst gehabt. Grosse Angst. Mächtige, lähmende Angst.  Bin dadurch ein leichtes „Opfer“ für emotionale Vampire geworden. Die dann auch tatsächlich schnell zur Stelle waren. Sie wittern das ja, wenn ein potenzielles Opfer „reif“ ist. Ich hatte mich tatsächlich kurz verloren. So gesehen war es ein Geschenk(!!) in dieser Zeit nicht arbeiten zu dürfen. 

Wiedergefunden habe ich mich bei meinen Tieren. Und bei „meiner“ Kuhherde in Grummersort, denn diese Arbeit durfte ich gottseidank weiter machen. 

Nicht alle aus unserer Herde zuhause waren in dieser Zeit für mich da. Der Habakuk hat schon mit den Augen gerollt, wenn ich mit meinem schwarzen Seelenumhang in Richtung Stall gekommen bin. Auch für Askia war es tatsächlich zu viel. Sie hat mich freundlich aber bestimmt ignoriert, hat gelernt  sich selber zu schützen und Grenzen zu setzen. ( Ja es mag komisch klingen, wenn ich das einem Pferd zuschreibe, in unserer Welt hier vermischt sich so manches. Das ist ja genau das, was es ausmacht 😉 ) 

Liebevoll in dieser Zeit an meiner Seite, Moro und Ponymann. Beide auf sehr körperliche Art, nie respektlos, aber immer nah. Ruhig, zuversichtlich, unbekümmert. Haben mich zum Lachen gebracht und mich in den Moment zurück geholt. 

Die Angst loslassen konnte ich durch Deus. Er hat mir die Stärke aufgezeigt, die ich unterwegs verloren hatte. Hat mir geholfen sie wieder zu finden.

Ich habe Stunden einfach bei ihm und Mio gesessen und fühlte mich behütet und beschützt. Konnte in Ruhe in mich hinein fühlen, ohne von Energieräubern belästigt zu werden. Seine enorme Kraft hat mir ganz viel Zuversicht und Klarheit zurück geschenkt. Einfach so. Im Jetzt. Ohne Bedingungen. Ohne Versprechungen. Einfach Ich.

Und dann… habe mich irgendwann selber wieder gefunden. Stark und und frei in meiner Kraft.  War eigentlich ganz einfach, ich stand ja nur neben mir. Also gar nicht so weit weg. Aber gefühlt unerreichbar…

Und nun? Grüsse ich die Angst mit einem freundlichen Nicken im Vorbeigehn. Sie berührt mich nicht mehr. 

Übrigens… Der Habakuk steht nun wieder als erstes am Tor und möchte etwas mit mir unternehmen. Aber das nur am Rande.

 

Wie immer spreche ich hier nur für mich und schreibe meine Sicht der Dinge nieder. Jeder hat seine ganz eigenes Gefühl und Wahrnehmung aller Dinge. Und natürlich eine ganz persönliche Art und Weise des Umgehens damit.