Nur ein Wort. Als Beispiel. Was löst lst es aus bei uns? Bei Dir? Bei mir? Bei unserem Gegenüber?

 

Nehmen wir das Pferd als Beispiel. Im Normalfall lernen wir, um ein Pferd, das geführt wird, anzuhalten, die Wörter Halt, Stop, Steh oder Brrrrrrrrrrr……Versuchen unsere Körper in eine „klare“  Position zu bringen. Nur wo, wie und was ist eine klare Position? Eine, die unser Gegenüber versteht?  Welche Energie und Ausstrahlung hat unser Körper bei diesen Worten? Für mich sind Worte in der Tierausbildung wichtig! Zum einen als „sicherer Hafen“ für beide durch immer die gleichen Zeichen. Zum andern (und das ist für mich viel essentieller!) nimmt der Köper der Menschen eine bestimmte Energie bei bestimmten Worten ein. Bzw. strahlt diese aus. Wir senden nonverbale Zeichen, diese „lesen“ und fühlen die Tiere, unser Gegenüber. Ob am Boden oder im Sattel, oder wo, wie und mit wem auch immer.

Halt ist für mich erstmal recht neutral: z.B. nächster Halt bei der Ansage in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mein Körper verhält sich auch neutral, wartet sozusagen auf das ausführende Signal.

Stop empfinde ich sehr hart, Gefahr im Verzug. Der Köper spannt sich an, wird fest. Bleibt als Betonklotz stehen. Ohne Kontakt zum Gegenüber.

Steh ist erstmal ein recht nettes Wort. Allerdings befnde ich mich in Bewegung und meinem Körper fällt es schwer, die Entscheidung zu treffen WANN und WO.

Der Klassiker BRRRRRRRRR, löst ausser Grinsen bei mir nichts aus. Was ist das Brrrr? Ist es aus dem Ho entstanden? Das im übrigen auch nur beruhigend wirkt, wenn der Körper dazu die passende Energie hat, also Ruhe..

 

Und nun mein Favorit Warte. Löst bei mir eine wohlwollende Stimmung und Ruhe aus, ganz automatisch wende ich mich meinem Pferd (oder beliebigem Gegenüber) zu, mein Körper verlangsamt, das Gewicht geht nach hinten auf die Fersen, der Oberkörper richtet sich auf (ohne hart zu werden) , mein Gegenüber registriert all diese kleinen Zeichen die mein Körper sendet, deutet sie und… Hält an… Mir mir im Einklang.Mit ein bißchen Übung gelingt es, dies dann alles auch nonverbal zu kommunizieren. Im Hier und Jetzt, im Einklang mit seinem Gegenüber.

 

 

 

Meistens sieht es allerdings so aus, daß Mensch nach „seinem“ Wort brav anhält und Pferd ganz verdutzt irgendwann merkt, Huch wo isser denn, und dann irgendwann auf den Zug des Strickes anhält.  Natürlich ist es dabei vor den Menschen gekommen. Dann wird das Pferd oft rückwärts geschickt, weil es ja „nicht“ auf den Menschen geachtet hat und „ungehorsam“ war. Dabei war die Energie und auch Körpersprache missverständlich für das Tier. In meinen Kursen bestätigt sich dieses Phänomen (das im übrigen gar keins ist.. Wir können nicht nicht kommunizieren. ( Paul Watzlawick) ) immer wieder. Und es verbessert sich durch ein paar kleine Änderungen und Übungen signifikant die Kommunikation zwischen Mensch und Tier, und nicht nur zwischen diesen, denn mit dieser Erkenntnis gelingt es uns, mit JEDEM Gegenüber in einen guten Kontakt zu gehen. Jeder einzelne Gedanke bringt Energie in unsere Körper. Jedes ausgesprochene Wort.  Und jeder von uns hat jeden Tag die Entscheidung, in welche Richtung wir gehen. Was wir tun. Aus Gedanken werden Worte – aus Worten werden Handlungen.

Nachtrag:

Mir schwirrt der Kopf. Gedanken kreisen. Positive wie auch Negative. Ich bin zutiefst geschockt von den Ereignissen in Halle. Von der Gewalt und der Kaltblütigkeit, die von dem Täter ausgeht. Auch geschockt von einer Welt, in der offensichtlich viele Menschen den Bezug zu sich und ihrem Gegenüber verloren haben. Sich durch populistische und manipulierende Parolen aus dem Munde von Menschen, die sich schon längst selber nicht mehr fühlen können, beeinflussen lassen. Nachplappern wie ein Papagei.

Dem AUSSEN folgen. Ohne auf das eigene Innere zu achten und dem Herzen zu folgen. Dabei hat jeder jeden Tag die Wahl. Sicher, dieser Gedanke hat auf den ersten Blick nichts mit der Ausbildung von Tieren zu tun, ich finde aber doch. Ein grosses doch!! Wir lernen im Hier und jetzt, Wertungs- und Urteilsfrei dem eigenen Gefühl zu folgen. Die Reaktion des Gegenübers nicht persönlich zu nehmen und diese bei ihm/ihr zu belassen. Um MITEINANDER und aneinander zu wachsen.

Lass es Euch und Euren Lieben gut gehen.