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Ein, für mich, in sich stimmiger Satz.

Verbal, nonverbal, über Blicke, Gesten, Mimik, die Präsenz oder auch Energie des Einzelnen. Senden und empfangen wir ständig Informationen unserer Gegenüber.

Ob wir diese zulassen liegt ganz bei uns. Oft zeigt das Gegenüber uns aber auch die Bedürfnisse auf, die wir selber in uns tragen. 

Schon immer bekomme ich die Gefühle aller Tiere ungefiltert und sehr direkt übermittelt. Ich fühle die Freude, die Angst, die Wut, die Hilflosigkeit, die Trauer und die Liebe, eben die ganze große Gefühlswelt sehr klar und körperlich. Alle Gefühle sind natürlich auch den Tieren und nicht nur uns Menschen eigen.

Dadurch finde ich einen direkten Zugang zu Ihnen und bin somit eine Art Dolmetscher zwischen den Spezies geworden. Für mich ist die Kommunikation mit Tieren mein Leben lang etwas völlig Selbstverständliches.

Wenn Mensch und Tier aufeinandertreffen, entsteht Energie. Wenn Mensch und Mensch zusammenkommen, übrigens auch. Wir Menschen haben nur sehr oft verlernt, darüber zu kommunizieren bzw. sie zu fühlen.

Ich bin sehr dankbar für meine Gabe.

Denke aber auch, dass der Begriff Tierkommunikation inzwischen ein fast missbräuchlicher Begriff ist. Viele findige und vor allem geschäftstüchtige Menschen nutzen ihn, um verzweifelten Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen und ihnen die Tränen in die Augen zu treiben. Durch Fotos wollen sie erkennen was den Tieren „fehlt“ oder was diese „sagen“ möchten. Von dieser Art möchte ich mich sehr klar distanzieren!

Ich denke, Tierkommunikation kann in gewisser Weise funktionieren. Zwischen Mensch und Tier vor Ort.

In direktem Kontakt, aufeinander eingehend, die gegenseitige Körpersprache und Energie lesend und so miteinander in einem „Gespräch“.

(Tier) Kommunikation ist für mich die Energie, die zwischen zwei Lebewesen schwingen kann, wenn sie zur gleichen Zeit am gleichen Ort und in Kontakt sind. Und ja, wer sich drauf einlässt, erlebt die schönsten Momente. Ob mit Pferd, Rind, Hund, Katze oder, oder, oder…

Jede Art hat neben ihren ganz eigenen Bedürfnissen auch eine ganz eigene Art der Kommunikation. Nonverbal.

Wenn wir unseren Tieren zugestehen, weitestgehend ihren Bedürfnissen entsprechend leben zu können. (Ich gebe zu, manchmal eine Herausforderung und in unserer beengten Welt oft nur unter Kompromissen möglich)

Sie sich in geschütztem Rahmen entwickeln können, ohne in ein Schema gepresst zu werden, gehen sie in Kontakt.

Achten und respektieren den Menschen, gehen vielleicht sogar eine Freundschaft oder sogar innige Beziehung mit diesen ein.

          ( Auszug aus meinem Buch „Hand aufs Horn“)

Darüber hinaus gibt es tatsächlich Verbindungen zwischen manchen Menschen und ihren ihnen nahe stehenden Tieren, die als telepathisch einzuordnen sind. Das stelle ich unter keinen Umständen in Abrede oder Frage. Darf ich doch mit Deus und auch Askia genau dies Phänomen erleben und bin sehr dankbar dafür. 

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Zurück zur meinem heutigen Thema. Leider begegnet mir das Phänomen Tierkommunikation im schlechtesten Sinne immer mehr. Es klingt ja auch zu verlockend… Ich schicke ein Bild und der oder die TIKO (Tierkommunikator/in)  sagt mir fix und blumig was da los ist. Und Zack sind alle Probleme gelöst.

Zum „Schnäppchenpreis“  wohlgemerkt! Interessanterweise hat dieses Phänomen seit Corona deutlich zugenommen. Online Seminare, Online Schulungen, Online Ausbildungen, runden das Bild ab. Für sehr, sehr, sehr viel Geld…

Geholfen wird einzig dem Portemonnaie des Anbieters. Ich habe, bevor ich mich entschlossen habe, über dieses Thema zu schreiben, nicht nur gründlich recherchiert, sondern auch 3 Freunde gebeten, mit ihren Tieren eine/n TIKO aufzusuchen. Um diversen angeblichen Problemen auf den Grund zu gehen.

Alle drei Menschen und Tiere kenne ich seit vielen Jahren. Ein Beispiel möchte ich hier veröffentlichen. Die anderen beiden können gerne nachgeliefert werden, ich fand es für diesen Blogbeitrag etwas zu viel. Es ging um zwei Pferde und einen Hund.

Achtung Spoiler:  Bei allen dreien gibt es in Wirklichkeit keine Probleme im Zusammenleben oder gesundheitlicher Art. 

Pferd 1:  Lusitano Stute 11 Jahre alt. Importpferd. Lässt sich angeblich nicht verladen und auf der Weide einfangen. Unterm Sattel explosiv und schreckhaft.

Antwort TIKO:   Deutlich sehe man die Trauer in den Augen der Stute. Auf Nachfragen hat diese (die Stute) bestätigt, dass sie sehr traurig sei, da sie ihre Freunde in Portugal zurücklassen musste. Dafür habe sie hier in ihrer Besitzerin eine sehr gute Freundin gefunden, nur braucht sie noch etwas länger um sich einzuleben. Daher zieht sie zur Zeit ein Einzelgängerdasein vor. Durch den Transport habe sie auch ein Trauma erlitten, Enge macht ihr Angst. Ein größerer Anhänger wäre toll. Beim Reiten hat sie immer wieder Flashbacks an ihre Zeit in Portugal, dort ist sie mit sehr grober Einwirkung geritten worden. Daher wünsche sie sich mehr Freiheit, würde lieber am Halsring bzw ohne Gebiss geritten werden.  Außerdem wäre sie gerne eine Mutterstute.

Klingt ja erstmal alles plausibel und durchaus nachvollziehbar, oder? Der Haken?

Ja, wir haben etwas geflunkert. In meinen Augen diente dies allerdings der Wahrheitsfindung. Allerdings, wenn`s denn wirklich funktionieren würde, wäre unser Schwindel von Anfang an aufgeflogen…

Denn auf dem Bild sehen wir einen ca. 12. jährigen Lusitano Wallach. Der auf seine Besitzerin wartet und ihr brummelnd entgegenkommt. Unter dem Sattel solide grundausgebildet ist und sehr brav.  Ein zufriedenes, umgängliches Freizeitpferd. Ist viel auf Reisen mit seiner Besitzerin und benimmt sich tadellos. Also, trau, schau, wem…  (hat übrigens 70,– € gekostet das ganze „Gespräch“)

Mein Fazit? Leider haben sich meine Vorbehalte mehr als bestätigt. Ich hätte mich gerne vom Gegenteil überzeugen lassen, denn ich freue mich immer, wenn ich dazu lernen kann. Leider war die angefragte TIKO nicht bereit, alle auftretenden Fragen in einem persönlichen Gespräch zu lösen. 

Ergo? – Man kann nicht nicht kommunizieren. –  Außer man will nicht!

Die Fähigkeit der nonverbalen Kommunikation haben wir ursprünglich alle.

Leider ist sie bei vielen verkümmert, da nie gefördert. Ein guter Freund nannte es einmal das dritte oder auch das Seelen  Auge. Das finde ich persönlich eine schöne Umschreibung.

Die wichtigste Voraussetzung aus meiner Sicht dafür ist Empathie und die Bereitschaft sich auf das Gegenüber einzulassen, natürlich unter klarer Berücksichtigung dessen persönlicher Bedürfnisse.  Und nicht, es in eine Menschen gemachte Schublade zu quetschen, um möglichst viel Geld mit möglichst wenig Wissen, aber umso mehr Marketingstrategie zu machen. Das Geschäft mit dem Mitleid boomt! Tierkommunikationsangebote und Ausbildungen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ist nur ein kleiner Zweig. 

So. Und nun gehe ich so voll analog wieder zu meinen Tieren und rieche, fühle, taste, erspüre. Kurzum lasse mich drauf ein.

Alles Liebe!