Dies war einer der Lieblingssätze meines Vaters.

Heute muss ich oft an ihn denken.

Soviele Menschen haben Angst vor diesem einfach „Machen“ . Angst etwas falsch zu machen, etwas nicht gut genug zu machen. Handeln verkopft, nicht nach ihrem Bauchgefühl.

Oft beobachte ich dieses Phänomen in meinen Kursen und dem Unterricht. Das „eigentliche“ Problem mit dem Pferd ( das mir am Anfang von den Besitzern beschrieben wurde) ist nur ein Symptom. Die wirkliche Ursache ( und die Lösung) liegt dann bei (oder besser) in uns, nicht im ungehorsamen Pferd.

Es ist ok und wichtig, Fehler zu machen und sich zu trauen, den eigenen Weg zu finden. Denn, was für den einen funktioniert, klappt bei dem anderen noch lange nicht. Auch wenn beide die gleiche „Methode“ anwenden. Da jeder eine ganz einzigartige Persönlichkeit und Energie hat. Und unsere Pferde unser Gefühlsleben und dazu unser (für sie) Körperchinesisch oft schlicht und einfach nicht einordenen können und dann das tun, was für sie in diesem Moment das „Richtige“ ist.

Klingt kompliziert? Nö! Isses nicht. Einfach mal machen. Vielleicht anders machen. Vielleicht auch mit einem guten Dolmetscher, der die feinen Nuancen, Energieunterschiede und Spannungen zwischen beiden Spezies fühlt, einordnen kann und somit Hilfe zur Selbsthilfe gibt. Der hilft, sich gegenseitig zu verstehen. In der Gefühlssprache des jeweiligen Gegenübers.

Ich höre Sätze wie, aber ich muss doch der Chef sein, oder, ich muss doch die Augen senken und darf dem Pferd nicht in die Augen schauen, oder , wenn ich die Schulter und die Füsse nicht in der Reihenfolge setze dann versteht mein Pferd mich nicht. Im Sattel leider oft das Gleiche. Mein Reitlehrer hat gesagt, ich muss mehr mt dem Kreuz treiben, soll die Hand stehenlassen, das Pferd tiefer einstellen , weil der MUSS ja erstmal den Kopf runter nehmen.

Eine Endlosschleife von ( vielen unsinnigen) ich muss, ich soll, das Pferd darf nicht, weil. Darum muss das und das..( beliebig erweiterbar.)

Ein kleines Beispiel gefällig? Der junge Wallach, hochsensibel und sehr leicht erregbar. Gerät sehr schnell unter Stress, wenn er etwas nicht versteht . Dieser äußert sich durch ganz fiese Dinge wie hysterisch herum springen, völlig kopflos in Aktion zu verfallen, um zu entkommen. Die Reiterin hat nur gelernt mit Druck und das muss doch jetzt gehen, gestern konnte der das noch, warum ist so, da muss der jetzt durch, der stellt sich an zu agieren  Viele Situationen bei den beiden waren schon ritualisiert, tief verankert und somit schwer zu zu ergründen. So haben wir einfach mal „gemacht“ . Reiterlich natürlich immer in Anlehnung an die klassischer Reitllehre… Wir haben geschaut, wie fühlt sich der Mensch und wie das Pferd, um beide wieder zusammen zu bringen. Von A wie Aufsteigen, bis Z wie Zügel aus der Hand kauen lassen und zufrieden die Einheit zu beenden. In ganz kurzen Reprisen und nur soviel, wie beide es konnten. Aber mit vielen unkonventionellen Ideen. Und wenn es dann  plötzlich ganz leicht und einfach wird, weil man vielleicht den Standpunkt gewechselt hat, oder einfach mal hineingefühlt und vielleicht „gefühlt nichts“ gemacht hat und dadurch genau das richtige gemacht hat. Aus dem Bauch heraus. Ziemlich gut.

So wie die Kinder. Von denen wir im übrigen ganz viel lernen können. Einfach mal machen.

Und in Gedanken schaukeln gehen, das zaubert ein Lächeln ins Gesicht.

Genießt die Zeit mit Euren Lieben, ich gehe jetzt und mache eine Sache , die ich richtig gut kann!

Entspannt in der Hängematte liegen, schaukeln und den Sonntag geniessen.