Hui, gerade ist das Leben rasant! Ich freue mich von Herzen, dass mein kleines Büchlein so gut angenommen wird. Danke für das ganze berührende Feedback. Von Freunden, aber euch von Fremden. Deus und Mio haben viel neue Freunde gefunden, helfen mir bei den Kursen, entpuppen sich als wahre Sympathieträger und Botschafter für das liebenswerte Wesen, die Sensibilität und Gelehrigkeit von Rindern.

Aus meiner Sicht sind Rinder ähnlich „intelligent“ wie Pferde, ihre Bewegungen sind etwas langsamer und behäbiger, vielleicht nicht so „erhaben und gechmeidig“ wie die der Pferde. Auch das Minenspiel ist vielleicht nicht so fein wie das unserer Pferde, das liegt einzig daran, das Rinder schlicht weniger Gesichtsmuskeln als Pferde haben. Vielleicht sind sie etwas eigensinniger, oder checken vielmehr gründlich ab, ob sie sich sicher und gut fühlen, um die ihnen gestellten Aufgaben zu lösen. Rinder sind bei einer wesensgemässen Haltung mit intensivem Menschenkontakt sehr friedlich, verschmust und freundlich, dem Menschen zugetan. Sie sind mutig! Verteidigen ihre Freunde (auch wenn diese keine Rinder sind) nehmen Anteil, trauern, freuen sich, schliessen Freundschaften. Haben verschiedenste Charaktere!

Hörner sind wichtig! Sie werden sehr warm, wenn wiedergekäut wird. Wachsen ein Leben lang. Zeigen, wie die Hufe de Pferde, den Gesundheitszustand des Tieres. Werden gebraucht zur Kommunikation, zum Kratzen und zeigen den anderen Tieren den Rang des einzelnen. Rinder werden um die 20 Jahre alt und älter, wenn sie artgerecht leben dürfen.

Moni, die Mutter von Mio.                                                                .Dora, Deus Mutter

Rinder zu enthornen ist Tierquälerei!

All das sind Dinge, die mich in letzter Zeit sehr bewegen.

Und immer mehr, ich sehe den Unterschied zwischen unseren geliebten Pferden und sogenannten Nuztieren nicht. Ursprünglich waren Pferde ja auch Nutztiere. Ihr Fleisch hat Menschen ernährt, ihr Fell Menschen gewärmt. Es wurde zu Leder verarbeitet. Genau wie das von Rindern und Schweinen. Wo ist also der Unterschied?

Ist es nicht eine Doppelmoral, wenn auf Höfen „arme Schweine“ nie das Tageslicht sehen, ihre Mütter in Kastenständen eingesperrt sind, unter unwürdigsten Bedingungen „leben“ müssen. Eine Tür weiter werden geliebte Pferde umhegt und gepflegt, ausstaffiert. Oder auch Kälber, die niemals bei ihrer Mutter trinken konnten, neben hochdotierten Zuchtstuten mit ihren Fohlen stehen, die wiederum mindestens ein halbes Jahr bei der Mutter verbringen dürfen. Damit die Mütter der Kälber die Menschen mit viel zu viel Milch versorgen. Und immer mehr auf Leistung gezüchtet werden. Das Gefühl, daß Kühe mit diesen überdimensionierten Eutern haben, stelle ich mir ungefähr so vor, als wenn ich einen 50 Liter Kanister zwischen den Beinen mit rumschleppen müsste.

Jetzt spinnt sie total, denken nun vielleicht einige. NE tut se nicht. Aber etwas sagen, für etwas einzustehen. Eine Meinung haben, diese zu vertreten, ohne „böse“ auf die Andersdenkenden zu sein. Das ist alles manchmal garnicht so einfach.  Aber jeder hat einen Grund für sein Verhalten und eine ganz persönliche Geschichte, die dahinter steckt. Das ist es, was mich verstehen und nicht wütend werden lässt. Aber manchmal macht es mich traurig. Wenn nur jeder ein bßchen auf sich UND sein Gegenüber achten würde… dann ….

Zwei meiner besten Freunde. Deus und Mio.

 

 

Ach, noch eine Randbemerkung. Ich lebe nicht vegan und auch nicht vegetarisch. Allerdings esse ich nur Fleisch von Tieren, die ich bis zu ihrem Ende begleitet habe, und die artgerecht und frei gehalten wurden. Ich lade gerne jeden ein, einmal mit mir diesen Weg zu gehen. Zumindest jeden, der Fleisch essen möchte.

Mio bei seiner Lieblingsbeschäftigung